Reise blog von Travellerspoint

1 Grad Nachts...

sunny 14 °C

... und die Heizung wird erst im November im Wohnheim eingeschalten....

Eingestellt von Pinky 11:19 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad Kommentare (1)

ein weiterer Tag im Erasmus Leben

sunny 16 °C

Es herrscht herbstliches Bilderbuchwetter. Schreibt man das zusammen? Im Englischen schreibt man alle Nomen getrennt. Bilderbuchwetter.... Bilderbuchwetter?!
Jedenfalls, blauer Himmel, weiße Wolken, Sonnenschein, der zwischen den sich leicht färbenden Blätter hervorblitzt und kalter Wind. Sehr kalter Wind.

Meine Präsentation lief gut. Taffy Martin war zufrieden und freute sich über meinen amerikanischen Akzent, da ich den Namen des Dichters dadurch falsch betont habe. Und ich kann mich auch nicht mehr daran erinnern, wie er denn nun richtig ausgesprochen wird. Unsere Unterrichtsräume werden immer kleiner. Man muss dazu sagen, über die französische Uni, dass es keine Raumpläne gibt. Und alle Räume scheinen doppelt belegt zu sein und es scheint immer der/die Dozentin unterlegen zu sein, mit der ich meinen Unterricht hab. Denn so gut wie jeden Tag läuft unsere kleine 4 oder 5 Mann Seminargruppe durch die Fakultät Lettres et Langues auf der Suche nach einem Raum. Da der Unterricht sowieso immer 10 Minuten später anfängt (weil vorher einfach niemand da ist), stört das auch niemanden großartig, dass durch das Raumsuchen weitere Zeit verloren geht. Französische Gelassenheit eben. Ich hab mich heute endlich mal so gefühlt, wie man sich fühlt, wenn man das Gefühl hat ein gutes Gefühl für Literatur zu besitzen :) Es ging um das Gedicht " A Country Walk" von Thomas Kinsella. Ein irisches walking poem mit viel geschichtlichten Referenzen zu Irland. Wie auch immer, Madame Martin fing dann auf einmal an über Joseph Conrad zu reden und da kam doch sofort "Heart of Darkness" in my mind. Darüber habe ich nämlich letztes Semester ein termpaper geschrieben. UNd wie es der Zufall so will, wollte auch sie genau auf dieses Werk hinaus, was sehr repräsentativ für post-colonialism ist. Und wie ich geglänzt hab und den Inhalt und die Themen dieses Romans wiedergeben konnte:) Fühlte sich gut an, wenn der Rest der Leute da sitzt, noch nie etwas von Conrad gehört hat und Ich die leuchtenen Augen von Madame Martin sehe, die, so wie jeder Lehrer, den ich hier habe, mit viel Leidenschaft für Literatur seine Fächer unterrichtet.

Danach hab ich meine obligatorische Mittagspause gehalten, denn es gibt auch nichts anderes zu tun, weil alles andere auch zu hat.

Um 14uhr machte ich mich auf den Weg zur Rezeption des Wohnheimes. Kalte Schauer liefen mir über den Rücken, als ich SIE hinter der Glasscheibe sitzen gesehen habe. Der Drache, der kein Englisch spricht. Ich im fließenden französisch gefragt, ob meine gefaxten Unterlagen da sind, sie geantwortet, sie müsste nachschauen, da sie heute die Fax(e?) noch nicht sortiert hat und ich wartet, bis sie kam und mir sagte es sei alles ok. Alles auf französisch verstehen, keine Fragezeichen im Kopf. Aber es kam wie es kommen musste. Ich fragte Sie nochmal nach der Versicherung, die ich brauche und sie brabbelte auf mich ein und ich nickte nur, lächelte, sagte "d'accord" und "oui" von Zeit zu Zeit und verstand rein garnichts.

Weiter ging es zur nächsten Station des Nachmittags. In das International Office zu meiner Freundin, der Sekretärin die Amerikanerin ist und sich weigert bzw so tut, als ob sie kein Englisch spricht. Die Sekretärin war nicht, sondern nur die Direktorin, die beim letzten Mal mir auch versichert hat, dass sie kein Englisch spricht. Ich mich also super vorbereitet, rasselte meine französischen Sätze runter (Ich wollte was abgeben, aber wusste einige Details nicht, die ich auszufüllen hatte, über mein Kurse). Dann stellte sich heraus, sie weiß sie auch nicht. Sie redete und redete und redete und ich stand da...langsam am verzweifeln, denn ich verstand nichts. Das ließ ich sie auch wissen und sie gab sich auch Mühe und hat alles wiederholt und ich verstand es halt einfach nicht. Wenn man die Vokabeln nicht weiß, weiß man sie halt nicht. Ich war frustrierend, ein wenig genervt und demotiviert. Es gibt nichts schlimmeres als in einem fremden Land zu sein und sich nicht in der Landessprache verständen zu können, mit einem Einheimischen, der bestimmt denken muss, man bemüht sich nicht. Meine selbstmitleidenen Gedanken waren aber schnell durch Wut ersetzt, als die Dame auf einmal anfing Englisch mit mir zu reden. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Beim letzten Besuch hab ich mich vor anderen Erasmusstudenten total peinlich gemacht, weil ich nicht mal das Wort Stundenplan auf französisch wusste, vor ihr stand und sie mich angeblich nicht auf englisch verstanden hat. Und auf einmal, nach einem 15 Minuten Kampf auf Französisch spricht sie dann doch Englisch. Erleichterung war natürlich auch dabei, da ich sie ja endlich verstehen konnte und wusste was sie von mir wollte (undzwar das sie von nichts eine Ahnung hat und ich meine Informationen woanders herholen soll), aber dennoch ein totales Unverständnis dafür. Sie ist die Direktorin des International Office und weigert sich eine fremde Sprache zu sprechen. Ich sehe es ja ein, dass sie die ausländischen Studenten dazu bringen wollen, Französisch zu lernen aber sich einfach stur zu weigern die ganze Zeit bis man vor ihr steht und total Verzweifelt und einfach nur gehen möchte. Ist man denn nicht normalerweise stolz darauf, wenn man mehr als seine Muttersprache spricht? Und mir macht es Spaß andere Sprachen zu sprechen und in anderen Sprachen mit fremden Leuten zu agieren. Sollte es dann nicht auch so sein für die Direktorin des INTERNATIONAL office?

Frustriert, wütend, erleichtert ging es dann auf zur Versicherungssuche. Habe festgestellt, dass ich einfach bei irgendeiner Bank eine bekomme zum günstigsten Tarif aber halt dafür ein Konto brauche. Da ich mich aber nicht übersetzungstechnisch auf ein Konto einrichten eingestellt habe (sowas brauch ja sprachliche Vorbereitung) bin ich einfach Essen einkaufen gegangen und habe die Versicherung auf morgen verschoben.

Und das gab es heute:

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französischer Karottensalat, französische Mini-gefüllte-Teig-Dinger, französisches vorgetoastes Brot (schmeckt ein wenig wie Zwieback aber doch ganz anders und sehr lecker, auch ohne Belag), französische Handseife (Le petit Marseillais), französischer Smoothie (halb leer, hatte Durst), französische Salami mit Nussgeschmack, französischen Schokopudding im Glas, französische Fertig Pizza aus dem Kühlregal und ein (Bilder) Buch über die Gegend des Poitou-Charente, wo ich mich gerade befinde, mit geschichtlichen Informationen, sowie ein wenig französischem Lebensgefühl und vielen bunten Fotos.
Ich habe es unterlasen die Kiwis für das Foto zu drapiere oder mein Toilettenpapier als Pyramide im Hintergrund zu stapeln :)

Als ich dann so meine Einkäufe in mein Kühlschrankfach geräumt habe, wurde meine Neugier doch groß einfach mal in das Fach zu schauen, welches kein Schloß davor hat. Also wenn ich, ich wäre, würde ich das ja nutzen, da jetzt bestimmt niemand mehr in das Zimmer zieht. Ich hatte erwartet, ein leeres Fach vorzufinden, einfach halt...leer und was sehe ich, als ich langsam und mit großer Neugier die Tür öffne?

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Ein Joghurt Depos :)

Da war wohl jemand schneller und hatte die gleichen Gedanken wie ich. Aber das Fach ist nicht abgeschloßen und was ist wenn mich der Appetit auf Fruchtjoghurt überkommt????

Mein Tag endete mit meiner Folk Music class. Interessant, lang, spät (18uhr bis 20uhr), müde, Film geguckt) und nun lieg ich in meinem warmen Bett mit meiner warmen Winterbettdecke (Dank meines persönlichen Helden, der an mein Wohlbefinden denkt und mir diese geschickt hat) und werde Harry Potter lesen und schlafen.

Bon nuit!

Eingestellt von Pinky 12:22 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad Kommentare (1)

I got a feeling

sunny 17 °C

9:45 Montag Morgen.

Die Sonne scheinte, ein kühler Wind wehte und vereinzelt tanzten die Blätter auf dem Asphalt und auf dem Rasen. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie war ich in den 5 minuten zur Uni in Seattle Stimmung. Endlich fängt der Herbst an. Warme Ugg Boots, Wollschal und schon ist es mir egal, dass es heuten nur 17grad waren :)

Ein ereignisreiches Shakespeare Seminar folgte, mit meiner ersten 'Micro-presentaton' über Akt II, Szene 2 aus Henry IV Part 1. AUßerdem durften wir dann noch die Szene nachspielen. Es wurde viel gelacht und es war mal eine andere Art und Weise die Woche zu beginnen.

Zum Mittag gab es Döner+Fries aus der Uni Cafeteria und anstatt eines Nachmittagsschläfchens ging es in die Bibliothek um meine Präsentation für morgen vorzubereiten.

Hungrig, wie ich jetzt um 19uhr bin, wollte ich in die Küche gehen um mir meinen leckeren Erasco Hühnernudeltopf zu machen, aber wie es nicht anders sein kann, ist mal wieder der Herd kaputt, bzw die Sicherung raus. Schon machte ichmich auf die Suche nach Ersatzherdplatten. Allerdings scheint jeder gerade hungrig zu sein, daher sind alle Küchen auf meinem Gang besetzt...Nagut nicht alle, aber die 2 nächsten. Mag ja nun nicht kilometer weit mit meinem Topf durch die Gegend rennen, dann ist ja meine Suppe schon wieder kalt, wenn ich in meinem Zimmer angekommen bin :)

Der Herd, der selten funktioniert.

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Mein Kühlschrank, der immer nach den exotischsten Sachen riecht, wenn man ihn öffnet. Ich möchte garnicht wissen, was hinter den anderen Türen ist.

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Die micro-onde.

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Und ein schöner Ausblick um sein Dinner zu genießen.

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Also heißt es jetzt warten im erleuchteten Zimmer.

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Tja ja, das erleuchtete Zimmer, mein Zimmer :)

Eingestellt von Pinky 10:05 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad Kommentare (3)

Le ciel un dimanche après-midi

semi-overcast 20 °C

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Eingestellt von Pinky 11:31 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad Kommentare (1)

Pressestatement

Centre Presse

Der erste Zeitungsartikel ist online inklusive ein paar Fotos, wo man die Verwüstungen sehr deutlich sieht.

Zeitungsartikel und BILDER

Besonders Schade finde ich es für die alten Gebäude, wie das Kloster oder ein Teil des Museums. Fensterscheiben kann man ersetzen...Jahrhunderte alten Stein und deren Wert nicht.

Google Übersetzung:

200 Randalierer plünderten im Zentrum von Poitiers
Fertig Die verschiedenen anarchistischen Protest gegen Gefängnis artet in der Innenstadt
. Des dizaines de vitrines et de tags ont gâché la fête des Expressifs. Dutzende von Schaufenstern und Tags haben die Partei Ausdrücke verwöhnt.
laurence chegaray Laurence Chegaray
Samedi, 16 h 30 place Leclerc à Poitiers, plusieurs centaines de manifestants se sont retrouvés à l'appel du collectif contre la prison de Vivonne. Samstag, 16 bis 30 Uhr Ort Leclerc Poitiers, mehrere hundert Demonstranten auf den Reiz der Klage gegen Gefängnis Vivonne gesammelt. Ils sont masqués, cagoulés et ne répondent pas aux questions des journalistes. Sie sind maskiert, Kapuzen und nicht auf Fragen von Journalisten beantworten. Ils se mêlent à la foule et aux artistes du festival des Expressifs. Sie mischen sich unter die Menge und Festival-Künstler Ausdrücke. Quelques-uns distribuent des tracts de prose libertaire. Einige sind der Verteilung von Flugblättern libertären Prosa. « On est opposé à l'idée de prison, à l'idée de gérer la misère sociale par la prison », consent à expliquer Jules. "Wir müssen die Idee des Gefängnisses entgegengesetzt sind, stimmt der Idee der Verwaltung der sozialen Benachteiligung im Gefängnis, um Jules zu erklären. « TF1 est un média sécuritaire et c'est le même groupe Bouygues qui enferme les gens. "TF1 ist eine sichere, dass die mittel-und derselben Gruppe Bouygues, die Fallen Menschen. (NDRL : la prison de Vivonne est construite par le groupe Bouygues construction). (NDRL: Vivonne Gefängnis von Bouygues Construction gebaut). Masques blancs ou de carnaval, simples assiettes trouées, masques anti-grippe, foulards sur le visage, les manifestants parlent peu, paraissent tendus. Weiße Masken und Karneval, einfache Platten mit Löchern, Anti-Grippe-Masken, Schals auf ihren Gesichtern, sagen Demonstranten wenig, scheint angespannt.
Masqués et cagoulés Masked and hooded
Une dizaine d'entre eux arrive avec des bâtons. Ein Dutzend von ihnen kommen mit Stöcken. Les manifestants commencent un cortège en partant en direction de la prison, par la rue Jean-Jaurès. Die Demonstranten begann eine Prozession beginnt in Richtung des Gefängnisses, von Jean-Jaures. Certains commencent le parcours en taguant la banque la plus proche. Einige beginnen den Kurs, indem du sie die nächste Bank. D'autres ont des bâtons fumigènes, des pétards. Andere Rauch-Sticks, Knallkörper. Le cortège descend la rue Jean-Jaurès : les vitres de l'abribus et de la cabine téléphonique sont brisées. Der Umzug in die Rue Jean-Jaures den Fenstern der Bushaltestellen und Telefonzellen sind gebrochen. Le dôme du planétarium de l'espace Mendès-France est tagué de nombreuses phrases : « game over, guerre sociale. Die Kuppel des Planetariums Raum Mendes-France wurde hat viele Sätze: "game over-, Sozial-Krieg. La plus belle jeunesse meurt en prison ». Die besten Jugend im Gefängnis stirbt. " Le mur du baptistère Saint-Jean est orné d'un « Omni sunt communia », en latin dans le texte. Die Wand der Taufkapelle der St. John ist mit einem "Omni sunt Gemeinschaft" in Latein in den Text geschmückt.
Vitrines brisées Broken Windows
Les manifestants sont passés par la rue de la Cathédrale en remontant vers la place du marché, par les rues piétonnes dans lesquelles les groupes d'amis et les familles profitaient de l'animation du festival des Expressifs. Die Demonstranten durch die Straßen der Kathedrale wieder in den Verkehr zu bringen, durch die Fußgängerzone, wo eine Gruppe von Freunden und Familien profitierten von der lebhaften Festivals Ausdrücke. La fête est gâchée par la violence des bris de verre, des tags, les gaz lacrymogènes des policiers. Das Festival wurde von der Gewalt zu brechen Glas getrübt, Tags, Tränengas Polizei. Ils brisent les vitrines des banques en priorité, symboles du capitalisme. Sie brachen die Fenster von Banken in der Priorität, Symbole des Kapitalismus. La boutique Bouygues fait l'objet d'un acharnement particulier : un des employés est blessé légèrement et évacué vers le CHU. Der Shop Bouygues ein besonders hart: Ein Mitarbeiter wurde leicht verletzt und ins Krankenhaus evakuiert. Sa façade est ornée de « Bouyge construi les taules ». Seine Fassade ist mit "Bouyge Construya Taulas eingerichtet.
Opération commando Operation Commando
Difficile d'intervenir dans les rues piétonnes pour les policiers. Schwierig, in der Fußgängerzone und eingreifen, um die Polizei. Place Notre-Dame, le public se réfugie à l'office du tourisme. Place Notre-Dame, die Öffentlichkeit sucht Zuflucht in der Touristeninformation. Après une charge policière, place de Gaulle, les manifestants s'éparpillent dans les rues : des masques, lunettes, vestes, foulards, jonchent le sol. Nach einer polizeilichen Ladung, Wurf place de Gaulle, Demonstranten in den Straßen, Masken, Brillen, Jacken, Schals, verstreuten die Erde. Sept personnes sont interpellées. Sieben Personen wurden festgenommen.
« C'est une opération commando d'une mouvance ultra-gauchiste. "Dies ist ein Kommandounternehmen von ultra-linken Bewegung. On pensait qu'ils seraient 80 personnes dans le cadre local. Wir dachten, sie würden 80 Menschen in den lokalen Kontext. En fait, c'était majoritairement des gens venus de l'extérieur, de toute la région, extrêmement organisés, avec des munitions, un mot d'ordre. In der Tat war es vor allem Menschen aus Ländern außerhalb der Region, gut organisierter, mit Munition, eine Parole. Les policiers ont été surpris par le nombre de manifestants, environ 200, et la violence », déclare Annie Frackowiak, directrice de cabinet du préfet. Die Polizei wurde durch die Anzahl der Demonstranten, etwa 200 überrascht und Gewalt ", sagt Annie Frackowiak, Chief of Staff des Präfekten.

Eingestellt von Pinky 14:20 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad Kommentare (5)

Warum?

rain 20 °C

Sprachlos.

Zur Zeit ist in Poitiers das Festival "Les Expressive". Heute waren Massen an Menschen auf den Straßen, in den Gassen, saßen in Cafés, spielten mit ihren Kindern oder hörten den Bands zu, die auf der Straße spielten. Julia und ich haben uns zusammengefunden um zu entdecken, was es denn mit dem Festival auf sich hat und dem Event, welches um 16:30uhr auf dem Platz vor dem Rathaus beginnen sollte.

Menschen hatten Masken auf. Schöne, bunte Masken, verziert mit Steinchen. Andere trugen nur selbst gefertigte aus Papier und wieder andere verhüllten ihr Gesicht mit einem Schal. Alle standen herum und warteten auf etwas. Auf was, das wussten wir nicht.

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Auf einmal fingen an, einige der Maskierten zu trommeln, eine Schlange bildete sich und alle maskierten Leute folgten den Trommeln durch die Stadt.

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Als alle an uns vorbeigelaufen sind, dachten Julia und ich uns, dass wir uns einfach mal anschließen, ein wenig hinterher bummeln und uns das anschauen. Rotes und pinkes Feuer erfüllte die engen Gassen, was bis dahin auch noch sehr spannend war. Als dann aber der Rauch sich verstärkte, verschiedenen Menschen immer mehr Flyer verteilten, ein harmloser weißer Autobus, bunt angemalt worden ist, kam dann doch ein mulmiges Gefühl in mir hoch. Dennoch blieben wir tapfer und schauten uns das noch ein wenig an, bis zu dem Moment wo ein Sprachchor losging, der folgendes verlauten lies: Liberté des prisonniers - Freiheit den Gefangen.

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Auf einmal machte aus das Plakat einen Sinn und Julia und ich haben uns schnell von den Menschen abgeseilt.

Wir sind zurück zum Hôtel de Ville und haben uns in einem Zirkuszelt eine Band für ein paar Minuten angeschaut.

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Weiter ging es dann durch die belebte mittelalterliche Innenstad Poitiers zur Notre-Dame-la Grande, wo wir auf Dave gestoßen sind. Eine kleine Gruppe, gekleidet im fröhlichen Orange, trommelte und machte Musik auf anderen Instrumenten. Menschen standen herum, wippten mit den Füßen im Takt, Eltern hatten ihre Kinder auf den Schultern. Vergessen war die Demonstration von eben. Zwei Mädchen tanzten zusammen und blickte ab und an zu mir, da ich sie ein wenig beobachtet hatte, da sie einfach sehr niedlich aussahen. Sie machten sich einen Spaß daraus und versteckten sich ab und zu hinter den Beinen ihrer Eltern, um dann hervorzuschauen zu mir und zu grinsen. Ich ließ meinen Blick über die Menschenmassen schweifen, schaute entzückt die alten Häuser an und beobachtete einen Mann, der das ganze Geschehen von einem Fenster mitverfolgte und ich fühlte das französische Leben und dachte, das ist schön, daran kann man sich gewöhnen.

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Auf einmal rasten ein paar Streunende Hunde durch die Menschenmassen und die fröhlichen Gesichter der Mädchen erloschen. Normalerweise gehören die Hunde zu ein paar Obdachlosen, aber sie liegen meist am Straßenrand und ihr Herrschen war auch weit und breit nicht zu sehen... Bekannte Trommeln und Rufe ertönten aus einer Gasse und einmal wurde der Wolken bedeckte Himmel mit roten Racketen unterbrochen, die einfach so in die Menschenmenge runterfielen. Die maskierten Protestanten suchten sich einen Weg durch die Menschenmenge, die eben gerade noch die Musik genossen hat. Zuschauer machten ihnen Platz und ließen sie gewähren, als allerdings die Rufe immer lauten wurden und direkt hinter Julia und mir, die Scheiben der BnP Paribas Bank eingeschlagen worden sind, von ein paar maskierten Männern mit Eisenstangen, brach schon ein wenig Panik aus.

Bilder wurden im Nachhinein gemacht
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Kinder fingen an zu schreien und zu weinen. Einige Menschen flüchteten in die Kirche. Julia, Dave und Ich sind aus dem Weg gewischen und konnten nur mit ansehen, wie sogar die Tür der Bank geöffnet wurde, durch reine Brutalität und Gewalt.
Ein Junge wurde von seiner Mutter getrennt und stand weinend und verloren auf dem Platz. Zum Glück kamen aber ein paar Frauen und haben ihn mitgenommen und ihn gefragt wie denn seine Mutter aussieht.

Polizei rannte herbei, ausgestatten mit Helmen, Schlagstöcken und Tränengas, welches sich mit dem Rauch der Racketen und Fackeln vermischte. Es stach in der Nase, das Atmen fiel kurze Zeit schwer und ich war froh, dass ich keine Kontaktlinsen drin hatte, sondern meine Brille heute bevorzugt habe. Zum Glück bekamen wir nur eine leichte Brise Tränengas ab. Wir sind um die Kirche gegangen und konnten gerade noch sehen, wie sich die Türen der Kirche schlossen und viele Menschen drinnen Schutz gesucht haben. Einige Leute auf der Straßen hatten rote trändene Augen, Taschentücher und Schals wurden sich vor den Mund gehalten um das Einatmen des Gases zu verhindern. Die Stimmung war im Eimer. Und ich fragte mich einfach nur...Warum? Warum die Gewalt? Warum bei so einem fröhlichen Fest? Besonders dort wo soviele Kinder anwesend sind, die doch diesen Tag in schöner Erinnerung behalten sollten? Das sind genau die Bilder, die man immer aus dem Fernsehen kennt...und jetzt ist man selber mitten drin, unerwartet, überrascht, überwältigt und überfordert.

Ein paar Minuten später ertönte die Musik der orangenen Trommlergruppe wieder und ein paar Menschen hörten zu, allerdings die Hälfte weniger als zuvor und richtige Stimmung kam auch nicht mehr auf.

Wir sind zum Place de la Liberté gegangen und haben einen Kaffee getrunken (bzw ich eine Schokolade) in dem Café wo wir auch gestern waren.

Dann habe ich den Weg nach Hause angestrebt und wollte mit dem Bus fahren. Bin zurück zum Hôtel de Ville gelaufen und habe mich schon über die abgesperrten Straßen gewundert...denn wie sollen denn dann die Autos dort lang fahren. Ein quitschgelber Zettel in der Bushaltestelle machte dann deutlich, dass es ab dort keinen Bus mehr geben wird.

Na toll, dachte ich mir. Es wird fast dunkel und ich habe einen 40min Fußmarsch vormir, durch eine Stadt die momentan sehr verwüstet aussieht. Umgekippte Mülltonnen, eingeschlagenen Bushäusschenscheiben, beschmierte Denkmäler und Flugblätter der Demonstraten auf dem Boden.

Ein wenig mulmig machte ich mich auf den Weg und war froh, als noch ein paar andere Leute dem Weg des Busfahrplans folgten. An irgendeiner Stelle hinter dem Pont Neuf endete dann die Absperrung der Polizei und Busse fuhren wieder. Ich stand also bei einbrechender Dunkelheit in einer enge Gasse, versuchte mich zu beruhigen indem ich mein Harry Potter Buch las und wartet auf einen Bus.

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Der dann auch kam.

Erleichterndes Aufatmen, als ich dann endlich im 5. Stock meines Hauses angekommen bin, die Tür hinter mir schließen konnte und in meiner kleinen sicheren Höhle war.

Eingestellt von Pinky 10:57 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad Kommentare (3)

Inspiring Travel Quotes

inspirierende Reise Zitate

Lieblingszitat

“The world is a book and those who do not travel read only one page.” – St. Augustine

Die Welt ist ein Buch und diejenigen, die nicht reise, lesen nur die erste Seite.

“No one realizes how beautiful it is to travel until he comes home and rests his head on his old, familiar pillow.” – Lin Yutang

Niemand realisiert, wie schön Reisen ist, bis man nach Hause kommt und seinen Kopf aus das alte, gewohnte Kissen legt.

“For my part, I travel not to go anywhere, but to go. I travel for travel’s sake. The great affair is to move.” – Robert Louis Stevenson

Für meinen Teil reise ich nicht um irgendwo anzukommen, sondern nur um unterwegs zu sein. Ich reise, des Reisens Willen. Das großartige ist das Bewegen.

“Traveling is a brutality. It forces you to trust strangers and to lose sight of all that familiar comfort of home and friends. You are constantly off balance. Nothing is yours except the essential things – air, sleep, dreams, the sea, the sky – all things tending towards the eternal or what we imagine of it.” – Cesare Pavese

Reisen ist eine Brutalität. Es zwingt dich dazu Fremden zu vertrauen und den Blick des gewohnten Komfort von Zu Hause und von Freunden zu verlieren. Du bist andauernd unausgeglichen. Nichts gehört dir, außer die essentiellen Dinge - Luft, Schlaf, Träume, das Meer, der Himmel - alle Dinge neigen zur Unendlichkeit oder was wir uns darunter vorstellen.

“One’s destination is never a place, but a new way of seeing things.” – Henry Miller

Ein Ziel ist nie ein Ort, aber eine Art Dinge neu zu betrachten.

“To awaken quite alone in a strange town is one of the pleasantest sensations in the world.” – Freya Stark

In einer fremden Stadt, alleine aufzuwachen is eine der angenehmsten Sensationen der Welt.

Lieblingszitat

“Twenty years from now you will be more disappointed by the things you didn’t do than by the ones you did do. So throw off the bowlines, sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover.” – Mark Twain

In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast als über die, die du getan hast. Also wird den Palstek aus, segel hinaus aus dem sicheren Hafen. Fang den Wind in deinen Segeln ein. Erforsche. Träume. Entdecke.

“All journeys have secret destinations of which the traveler is unaware.” – Martin Buber

Alle Reisen haben ein geheimes Ziel, welches dem Reisenden nicht bewusst ist.

“Tourists don’t know where they’ve been, travelers don’t know where they’re going.” – Paul Theroux

Touristen wissen nicht, wo sie waren, Reisende wissen nicht, wohin sie gehen.

“Do not follow where the path may lead. Go instead where there is no path and leave a trail” – Ralph Waldo Emerson

Folge nicht dem vorgeschriebenen Weg. Gehe da lang, wo kein Weg ist und hinterlasse eine Spur.

Lieblingszitat

“I have found out that there ain’t no surer way to find out whether you like people or hate them than to travel with them.” – Mark Twain

Ich habe herausgefunden, dass es keinen sicheren Weg gibt, herauszufinden ob man Menschen liebt oder hasst, als mit Ihnen auf Reisen zu gehen.

“Once you have traveled, the voyage never ends, but is played out over and over again in the quiestest chambers. The mind can never break off from the journey.” – Pat Conroy

Wenn du einmal gereist bist, endet die Reise niemals aber sie spielt sich immer und immer wieder im leistestens Zimmer ab. Der Kopf kann das Reisen niemals abstellen.

. “A journey is best measured in friends, rather than miles.” – Tim Cahill

Eine Reise ist am besten in Freundschaften gemessen und nicht in Meilen.

“Not all those who wander are lost.” – J. R. R. Tolkien

Nicht alle, die umherschweifen haben sich verlaufen.

“To travel is to discover that everyone is wrong about other countries.” – Aldous Huxley

Das Reisen ist das Entdecken, dass alle falsch liegen mit dem, was Sie über andere Länder denken.

The whole object of travel is not to set foot on foreign land; it is at last to set foot on one's own country as a foreign land. ~G.K. Chesterton

Die ganze Absicht des Reisens ist nicht den Fuß auf fremden Boden zu setzen, es geht darum den Fuß in das eigene Land zu setzen und es als fremdes Land anzuschauen.

Travelers never think that they are the foreigners. ~Mason Cooley

Reisende denken niemals, dass Sie die Fremden sind.

I met a lot of people in Europe. I even encountered myself. ~James Baldwin

Ich habe viele Leue in Europa getroffen. Ich bin mir sogar Selber begegnet.

The traveler sees what he sees. The tourist sees what he has come to see. ~G.K. Chesterton

Der Reisende sieht, was er sieht. Der Tourist sieht das, weswegen er gekommen ist.

We wander for distraction, but we travel for fulfillment. ~Hilaire Belloc

Wir irren herum zur Ablenkung aber wir reisen zur Erfüllung.

Eingestellt von Pinky 13:22 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad Kommentare (2)

what a lovely day in Poitiers! :)

semi-overcast 21 °C

Trotz keiner Uni heute war ich viel Unterwegs. Ich war Mittagessen mit Mathieu und George, Lucia und Marianna. Es gab wieder viel Auswahl und für 2,50€ gab es Frites+ gegrilltes Hamburger Fleisch, einen kleinen Salatteller, Vanille Pudding und gratis Wasser. Danach hab ich mich auf in die Bibliothek gemacht, da ich für nächste Woche 2 Präsentationen vorbereiten muss. Nachdem ich dann alles was ich zu "A Country Walk" (Thomas Kinsella) gefunden habe, niedergeschrieben habe (es gibt keinen Kopierer in der Bibliothek, die auch aus sehr wenig Büchern besteht), habe ich mich mit Julia in der Stadt getroffen.
Zur Zeit gibt es in Poitiers das Festival Les Expressive, welches aber nicht so ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Zwar stehen an den ein oder anderen Orten ein paar Zelte rum und auf dem Platz vorm Hôtel de Ville kann man mit großem Holzspielzeug sich vergnügen, aber im Endeffekt passiert nichts.

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Julia und ich sind durch die Straßen gebumelt auf der Sache nach dem Geschäft "Les Mondes du Disque". Ein sehr kleines, niedliches Musikgeschäft, indem es Cd's, DVD's, Schallplatten und Kassetten zu kaufen gibt. Wir waren allerdings da, um uns unsere Tickets für das Konzert zu holen, da es online keine für Poitiers zu kaufen gab. Daher hab ich auch nicht schlecht gestaunt, als der ältere Herr mit grauem Bart und großer Brille uns einfach ein Ticket in die Hand gedrückt hat, wo er nur schnell den Namen "Grace" raufgekritzelt hat. Nicht mal ein Datum befindet sich darauf. Nur der Name des Veranstaltungsortes. Aber für 15Euro ist das schon ok :-)

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Auf unserer Wanderung durch die Stadt haben wir noch ein großes Gebäude entdeckt, welches vermutlich ein Konsulat ist. Am schönsten war allerdings die Bepflanzung des Kreisverkehres.

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Und dann sind noch diese beiden Schnappschüße entstanden:

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Danach gab es dann den obligatorischen Besuch in einem Café am Place A. Lepetit mit Blick auf den Palais de Justice. Diesmal habe ich un chocolat chaud getrunken. Sehr sehr lecker.

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Ich hab dann noch von Julia ein kleines Geschenk zum Geburtstag bekommen. Eine rosa Blechdose, die sehr niedlich ist und Cappuccino Kerzen.

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Außerdem haben wir heute mal wieder ein paar Chocolaterie (n) passiert, wo einfach nur schon die Schaufenster Appetit anregend sind:

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Dann trennten sich unsere Wege auch wieder und ich bin noch zu Géant gefahren, ein wenig Obst und Brot einkaufen.

Hier noch ein Bild meiner improvisierten Wäscheleine, für die Sachen, die ich nicht in den Trockner legen wollte.

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Morgen wollen wir zum Manifestation festive auf dem Place du Marechal Leclerc gehen, was auch immer uns dort erwartet und danach geht es zu einer Geburtstagsparty ins Irish House mit dem Motto Cowboy & Indianer / Engel & Dämonen. Ich werd mich wahrscheinlich ein Haarband kaufen und als Pocahontas gehen:)

Eingestellt von Pinky 11:04 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad Kommentare (2)

Grace - Imagine One Day

Ich geh am 15.10 zum Konzert :)

Falls ich bis dahin herausfinde wo ich die Tickets kaufen kann!

Eingestellt von Pinky 13:16 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad Kommentare (3)

what a lovely day in Poitiers

overcast 24 °C

Meine Kreditkarte hasst mich langsam bestimmt. Tag ein, Tag aus wird sie in andere Hände abgegeben, die alle nur das eine von ihr wollen. Armes kleines Plastik Ding, welches nur in meiner Geldbörse darauf wartet wieder benutzt und missbraucht zu werden. Heute allerdings, viel mehr als geplant.

Dazu muss gesagt werden...ich fange langsam an die französische Bürokratie nicht zu mögen. Es hat nichts mit der Dame im Office zu tun, die nur französisch spricht sondern damit, dass ich für 3 Monate ein 9qm Zimmer bewohne für welches ich im Monat 225Euro bezahle (mehr als für meine kleine hübsche, schön eingerichtete, gemütliche, mit einem großen Bett versehene Wohnung in Chemnitz). Heute durfte ich auf die Monatsmiete noch einmal 225 drauf zahlen (Kaution) und zu allem Überfluss muss ich mir jetzt auch noch eine Versicherung für mein Zimmer zulegen, welche leider meine deutsche Hausratsversicherung nicht übernimmt. Also ob ich nicht schon genug frustriert bin, wenn es darum geht mit Franzosen zu kommunizieren, die entweder keine andere Sprache können bzw einfach nicht sprechen wollen. Nein, jetzt muss ich auch noch eine Versicherung hier abschließen für 3 Monate....da bekommt man doch schonmal Lust das Zimmer inklusive Möbel in Brand zu setzen. Ich mein, ich biete hier fließend 2 Sprachen an und mehr oder weniger auch eine 3., nämlich französisch und was ist mit denen? Zu stolz um aus ihrem kleinen Nest ihrer Comfort-Zone auszubrechen und sich der Welt zu öffnen und ein klein wenig Gastfreundschaft und Herzlichkeit an den Tag zu legen.

Wo wir gerade bei den Eigenarten der Franzosen sind...wieso kippen Franzosen ihre Eimer mit Dreckwasser einfach aus dem Fenster....in einer vollen Fußgängerzone, in dem Moment, wo ich unter dem Fenster vorbeilaufe????? Mein rechter Fuß war nass (hatte Ballerinas an) und meine Jeans war dreckig und ich will lieber garnicht wissen, was ich da abbekommen habe.

Ich denke, man kann also verstehen, warum meine Laune heute nicht so die Beste war. Und dann kommt noch der Busfahrer im Bus mit seinem französischem Kommentar an, welches ich zuerst nicht verstanden habe. Er schaute mich erwartungsvoll an, während ich ihm meine 1.30€ hinlegte und verlauten ließ "Un billet solo s.v.p" und ich erwartete keine Antwort, denn sonst reden Busfahrer auch nie und auf einmal brach ein Redeschwall auf mich ein. Ich zählte panisch das Geld nach, ob ich ihm evtl. zu wenig hingelegt habe und schaue ihn verdutzt an um darauf zu antworten "Je suis desolée mais je ne comprend pas " (Es tut mir leid, aber ich verstehe sie nicht). Er sagte dann etwas was ich verstanden habe, nämlich dass ich doch lächeln sollte. ... Mir war das ganze ein wenig unangenehm, ich lächelte ihn an, nahm mein Ticket, entwertete es und machte mich auf die Suche nach einem Sitzplatz auf dem ich einfach mal so versinken könnte, vor allen anderen Busmitfahrern, die das ganze Beobachtet haben. Ein wort allerdings habe ich verstanden, undzwar "perdu". Also holte ich meinen Franklin (Übersetzer) aus meiner Handtasche, tippte perdu ein und herauskam: Partizip Perfekt von perdre - verstört oder durcheinander aussehen.
Da bin ich gleich mal bis zum Straßenasphalt auf meinem Sitz versunken. Was interessiert es denn den Busfahrer, wenn ich auch mal schlechte Laune habe, besonders berichtigter Weise, wenn man gerade einen Eimer mit dreckigem Wasser in der Fußgänger Zone abbekommt!

Allerdings, muss ich auch einlenken. Als ich an der Bushaltestelle saß und mein Panini Kebab aß und so wartete kam eine Frau vorbeigelaufen, die mich anstrahlte und mir doch "Bon appetit" wünschte. Sowas würde es in Deutschland wohl eher selten geben. Besonders reizend wie ich es auch, wenn ich andauernd mit Bonjour madame begrüßt werde, sobald ich einen Laden betreten. Das hört sich so niedlich französisch an :)

Ich war heute wieder in meinem absolutem Lieblingsgeschäft in der Innenstadt von Poitiers. Dem Buchladen. Millionen von Büchern (mindestens :) ) verteilt auf sovielen Etagen. Man kommt rein, der Geruch von Büchern liegt in der Luft und die dunklen holzfarbenden, deckenhohen Regale tun den Rest zur Atmosphäre dazu. Es geht mehrere Etagen nach oben und je höher man kommt umso verwinkelter wird es. Es gehen viele kleine Räume ab die alle ihren eigenen Charme haben, egal ob es Kinder-, oder Medizinlektüren sind. Fast unterm Dach des Gebäudes angekommen gibt es einen kleinen Raum indem man seine gebrauchten Bücher verkaufen kann bzw diese auch findet. Sehr viele, sehr alte Bücher, die schon oft gelesen wurden und noch schöne alte, verzierte Einbände aufweisen. ... Wenn ich doch nur französisch könnte, hätte ich mir wahrscheinlich das ein oder andere Exemplar mitgenommen. Na vielleicht tu ich es dennoch irgendwann. Sieht ja schön aus im Bücherregal zu Hause, oder wie mein einer Dozent sagt, in unserer eigenen kleinen Bibliothek.

Ansonsten war ich froh, dass ich mir das Wäsche waschen bis heute aufgehoben habe, da ja meine Jeans heute dem Schmutz zum Opfer gefallen ist. Ich packte also meine gesamte Schmutzwäsche in meine blaue Ikeatüt und tüdelte mal eben so vom Batiment A ins Batiment F zur laverie, die allen ernstes 2 Waschmaschinen und 2 Trockner aufweist für ein Gebäude welches aus 7 Gebäudeteilen besteht, wo es 5 Etagen jeweils gibt mit bis zu 20. Zimmer. Die Chancen standen also relativ schlecht, das etwas frei ist, aber Karma oder Gott oder Glück sei Dank, war alles frei :) Erst hatte ich bedenken, dass die Anweisungen für die Waschmaschinen auf französisch seien und ich nichs verstehen würde (aber wie schwer kann es schon sein, eine Waschmaschine zu bedienen), doch dann erblickte ich kleine Bildchen auf der Waschmaschine. Erleichterndes Aufatmen. Dann der zweite Blick auf die Bilder und leichte Panik machte sich breit...umm häää? Naja im Endeffekt einfach die Bilder ignoriert, Wäsche in die Maschine und tadaaa, sie funktioniert und alles ist saubergeworden. Allerdings gibt es nur die Temperaturregelung zwischen kalt, warm und heiß und wer weiß was die Franzosen unter warm verstehen. So wie es aussieht ist allerdings nichts eingelaufen. Es ist auch relativ günstig. 2,50€ für 1x waschen (30min) und einmal trocknen (40min). Man muss halt nur das richtige Timing erwischen.

Hier noch etwas um das Herz zu erwärmen:

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Ich hätte am liebsten eine geschnappt und mit auf mein Zimmer genommen und adoptiert, ihr verschiedenen Namen gegeben, bis sie bei einem miaut hätte, der ihr gefällt und sie bis zum umfallen mit Lachsschinken gefüttert. Aber leider ist mein 9qm Zimmer etwas zu klein für eine Katze, ansonsten... :)

Als kleines Extra kann ich noch für alle empfehlen, die dem Englischen mächtig sind:

http://vicki-h.travellerspoint.com/

Sehr amüsant und erfrischend geschrieben mit wunderschönen Fotos. Hab mich mehrmals beim Lesen ertappt wie ich Lache musste.

Eingestellt von Pinky 10:03 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad Kommentare (1)

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