Reise blog von Travellerspoint

Arztbesuch in Frankreich

rain 13 °C

Merkwürdiger Tag.
Hab die Nacht kaum geschlafen..bin erst gegen 4:30uhr eingeschlafen. Dann um 9uhr aufgestanden. Wollte in die Küche um mir meinen täglichen Actimel-aktiviert-Abwehrkräfte-Drink zu holen und was sehe ich da.... Mülltüten, Wodka Flaschen, Orange Juice...alles sehr unordentlich und ich dachte mir schon so, Gott, da war wohl ne Party während ich geschlafen habe. Wollte zum Kühlschrank laufen und da liegen 2 Menschen auf dem Fußboden in Decken eingewickelt in meiner Küche vor dem Kühlschrank... war schon merkwürdig aber irgendwie lustig.

Bin dann im Regen zum Geldautomaten gestiefelt um sicherheitshalber Geld zu holen, denn ich wusste ja nicht, wieviel der Arzt kosten würde. Schon nach den 2 Minuten zum Automaten, waren meine UGG Boots durchgeweicht und meine Socken nass ( Die Sohle hat Löcher). Jetzt sind es wohl nur noch Schön-Wetter-Winter-Schuhe. Bin über den Campus zum SIUMPPS gegangen ( Service Inter Universitaire de Médecine Préventive et de Promotion de la Santé). Arzt für Studenten. Ich wurde nicht mal nach meiner Versicherung gefragt. Musste nur meinen Studentenausweis abgeben und durfte dann im Wartezimmer Platz nehmen. Es war 11uhr. Ein paar Menschen waren unterwegs (verwinkeltes Gebäude mit vielen Ärzten und mehreren Warteecken), aber es war zum Glück ruhig, denn meine Kopfschmerzen heut früh waren einfach unerträglich. Nur hat dann die Kaffeemaschine angefangen zu blubbern...laut und immer lauter... Der Wasserkocher, der daneben stand hat mir dann noch den Rest gegeben. Ansich war es irgendwie gemütlich, die Möglichkeit zu haben Tee und Kaffee zu trinken, während man wartet aber mir gingen die Geräusche einfach nur auf den Keks. Madame Le.... irgendwas hat mich dann abgeholt und zu ihrem Afrika Office gebracht. Orang-farbende Wände, afrikanische Bilder an der Wand. Mit Händen und Füße, Französisch und Englisch Misch Masch hat dann auch die Verständigung geklappt. Nachdem Sie dreimal in mein linkes und drei mal in mein rechtes Ohr geguckt hat, Fieber gemessen hat und mit mir Dehnübungen am Hals für meine Kopfschmerzen vollzogen hat, saß sie hinter ihrem Computer und tippte und hörte garnicht mehr auf zu tippen. Irgendwann holte sie ein kleines handgeschriebenes Notizbuch hervor, schaute irgendwas nach und tippte weiter. Welcher Arzt muss denn irgendwas in seinem Notizbuch nachschauen? Ich saß da und wartete und wusste dann auch, warum neben meinem Stuhl eine Reihe von Prospekten, Magazinen, Flyern, Poster usw rumlag. Überwiegend ging es um H1N1 (Grippe A genannt in Frankreich) und Kondome. Die Franzosen sind irgendwie obsessed damit. Mich hätte es eigentlich nicht wundern soll, dass man beim Eingang beim Arzt Kondome kaufen kann, denn in der Uni auf den Toiletten hängen Kondom Automaten, genauso wie in den Straßen von Poitiers.

Der Arztbesuch hat sich ein wenig wie "heute lernen wir die französischen Vokabeln des menschlichen Körpers" angefühlt. Sie hat mich gefragt ob mir hier und dort was wehtut, hat an meinem Ohr rumgewackelt und jedesmal wenn sie mich nach einer Körperstelle gefragt hat, darauf gezeigt und mich dort angefasst. Dann war ich auch wieder froh, dass ich 1 Jahr in den USA war, denn ansonsten hätte ich nicht verstanden, was sie gemeint hat, als sie mich fragte ob ich denn 'mal au estomac' sei. Hört sich sehr ähnlich an, wie das englische wort 'stomache' und bedeutet Magen.

Nachdem sie fertig getippt hat, gab sie mir 2 DIN A4 Zettel mit 4 Medikamenten drauf und das wars. Bin zum Front Desk, hab meine Student Card abgeholt und war fertig. Hab mich dann auf den weg zu Géant gemacht und bin zur Apotheke. Mental auf die gröbsten Kosten vorbereitet. In der Apotheke musste ich eine Nummer ziehen. Da stand ich vor dem Mini Nummern Automaten und war überfordert. Ich hatte zur Auswahl Parapharmacie, Ordonnance, Sans Ordonnance und noch etwas anderes. Pharmacie klang nicht schlecht, hab ich das genommen. Wie sich herausstellte, war es aber die Abteilung, wenn man etwas normales kaufen wollte, um es zu bezahlen, keine Medikamente. Also nochmal Nummer ziehen. Diesmal hab ich mir Sans Ordonnance ausgesucht. Sans heißt ohne und ordonnance, wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht. Wie sich herausstellt hätte ich nur Ordonnance nehmen müssen, denn es bedeutet Rezept. Ich hab im Endeffekt dennoch meine Medikamente bekomme. Die Lady hinterm Counter hat mir auch alles langsam und genau erklärt. Dann kam ich an meine persönliche Sprachgrenze als sie meine Adresse und mein Geburtstdatum wissen wollte. 1. Oktober bekomme ich noch hin auf französisch aber 1986 ging dann nciht mehr. Habs ihr auf Englisch gesagt, und sie hat es verstanden.

Schon beim Terminvereinbaren beim Arzt übers Telefon musste ich mein Geburtstdatum sagen und der nette Typ am anderen Ende der Leitung hat mit mir dann Zahlen raten auf Englisch gemacht, als ich ihm zu verstehen gegeben habe (auf französische), dass ich keine Ahnung habe, wie man mein Geburtstjahr auf französisch sagt. Ist ja auch nicht einfach. Hab ja auch gerade mal gelernt wie man 508 ausspricht :) Französische Zahlen sind verhext.

Im Endeffekt hat zu meiner Überraschung mich der Apotheken Besuch nur 10 Euro gekostet. Hab sogar nochmal nachgefragt, wieviel sie von mir haben will und sie hat es dann auf Englisch wiederholt, dass es doch nur 10 Euro seien für Ibuprofentabletten, Ohrentropfen, Hexaspray (für meinen Hals) und Belladonna MiniTabletten die absolut lecker nach Kirsche schmecken.

Ach ja, was hab ich denn überhaupt. Ich habe seit Wochen einen entzündeten Hals (ist bei mir ja nichts neues), daher das Hexaspray und die Ohrenschmerzen, da sich mein Virus ausbreitet. Kopfweh durch Nackenverspannungen (ich meld dann für in 31 Tagen schonmal ne Massage an, Schatz :) ). Fieber habe ich nicht. Muss meine Medikamente 1 Woche lang nehmen.

Nachdem ich in der Apotheke war, hab ich noch gleich ein wenig was zu Essen im Supermarkt eingekauft und ein paar Zeitschriften (Home Decor, Photographie Magazine) geholt. Dann ging es zurück in mein gemütliches Wohnheim, in dem immernoch in meiner Küche geschlafen wurde, als ich meine Einkäufe in den Kühlschrank bringen wollte. Auf dem Weg nach Hause, hab ich noch Sara, Mathieu, Alena, Lucia und Emma getroffen, die gerade Mittagessen gehen wollten, aber mir war nicht nach Gesellschaft und Menschen um mich rum (wegen Ohrweh & Kopfweh).

Hab dann heute an meiner Shakespear präsentation weitergearbeitet, habe gelesen (John Updike - The Witches of Eastwick) und ein Packet fertig gestellt, welches ich morgen nach Hamburg schicken werde :) Mehr kann ich leider nicht verraten, falls der Empfänger durch Zufall doch mal einen Blick hierauf wirft. Aber ab dem 1. Dezember kann ich es verraten (falls das Packet bis dahin angekommen ist).

Morgen geht es wieder in die Uni (9-11 und 14-16uhr) und Felicitiy ist auch endlich wieder da (sie war in England übers WE).

Au revoir mes amis

PS: Still thinking about Photography :)

Eingestellt von Pinky 19:13 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad

Versende diesen EintragFacebookStumbleUpon

Inhalt

Kommentare

ohh jeanie ich bin stolz auf dich. ich wäre bei dem französischen arzt gestorben, bzw. ich wäre - wie ich mich kenne- erst garnicht dahin gegangen, sondern hätt mir in der apotheke was geholt ooooder mir was aus deutschland schicken lassen.. ich kenn mich doch. aber du schlägst dich da gut durch :D aber so lernt mans ja auch nur!
auuufjeeedenfall wünsch ich dir ne super gute besserung und hoffe,dass du bald wieder fit bist!!!!!!!

von anni1987

Vielen Dank :) Únd ich muss sagen, mein erster Arztbesuch in den USA war tausendmal schlimmer als das jetzt hier :) Danach saß ich im Auto und bin zum Drugstore gefahren und wollte nur nach Hause zu Mami und war den Tränen nahe :)

von Pinky

:D ich glaube, alleine bei den arztkosten in den USA hätte ich schon geheult :D

ich hab gestern abend fast 4 monate USA-tagebuch nochmal gelesen.. irgendwie lustig es nach so langer zeit ^^

von anni1987

Sie müssen angemeldet Mitglied der Travellerspoint um Kommentare diesem Blog.

Login